Ich muss mal wieder ein Jammerpost loslassen. Ich weiß einfach nicht weiter.
Seit einiger Zeit ist Benedikt wie ausgewechselt. Wenn ihm etwas nicht passt, schlägt er nach uns, wenn ich nicht schnell genug bin, reßt er mir die Brille von der Nase. Gestern hat er Herrn Trueffel volle Kanne eines seiner kleinen autos ins Gesicht geschleudert. Herr Trueffel hat nun einen roten, blutigen Striemen auf der Nase. Damit allein könnte ich noch leben aber leider quält er auch unsere Katze und den Hund.
Wir sagen immer schon, wenn es losgeht, dass er nur „ei“ machen darf, dass es den Tieren weh tut und man generell nicht schlägt aber es ist völlig erfolglos. Die Katze hat sich hinter der Sofaecke versteckt, Benedikt hat sie gefunden und angefangen mit Bausteinen nach ihr zu werfen. Auf dem Hund will er reiten, zieht ihm grob am Fell oder schlägt ihn auf die Nase. Konsequenz der Katze ist, dass sie morgens direkt aus dem Haus flüchtet sobald sie ihn hört und auch erst wiederkommt, wen Benedikt im Bett ist.
Der Hund hat leider keine Möglichkeit sich zurückzuziehen. Wenn es ihm zu bunt wird verkriecht er sich im Schlafzimmer im Obergeschoß, aber da geht Benedikt hinterher und macht dann eben oben weiter. Wenn ich merke, er steigert sich da rein versuche ich immer schon ihn körperlich davon abzuhalten. Also Hände aus dem Fell lösen, ihn wegtragen usw. Aber Benedikt lacht dann immer nur und scheint das ganze für ein Spiel zu halten.
Und vor etwa einer Stunde ist es nun passiert. Ich war nicht schnell genug bei Hund und Kind, weil ich gerade dabei war, den Geschirrspüler einzuräumen. Und diesmal hat der Hund nur bösartig so ein Knurr-Gebell von sich gegeben und dann fing Benedikt an zu weinen. Ich weiß nicht, was er gemacht hat. Es gab auch nicht wie sonst ein Vorspiel das ich die Möglichkeit gehabt hätte einzugreifen. Diesmal hat der Hund geschnappt und getroffen. Knapp unter dem rechten Auge ist einblaulilarotes Dreieck zu sehen. Es hat ein wenig geblutet und Benedikt hat sich auch schnell wieder beruhigt.
Ich hab Sorge, dass es mal richtig eskaliert und Benedikt ein Finger abgebissen wird oder so. Das unser Sohn zum Schläger und Tierquäler wird, weil wir nicht wissen, was wir noch tun sollen. Ich kann ihn schlecht verprügeln damit er mal sieht wie sich das anfühlt. Bei uns gibt es keine Gewalt. Wenn es Benedikt übertreibt und auf Ermahnungen nicht hört, dann halt ich ihn schonmal fest und spreche eindringlich mit ihm. Aber er hat nie auch nur einen Klaps oder so bekommen. Ich werde allerdings manchmal laut, weil ich das Gefühl habe, überhaupt nicht zu ihm vorzudringen. Er lacht und macht einfach weiter. Und ich fühle mich einfach hilflos.
Wir könnten zwar (sehr schweren Herzens) die Tiere abschaffen, aber ich denke, das wird nicht das eigentliche Problem lösen. Die Schläge gegen uns gibts ja trotzdem noch. Ich weiß nicht, wie ich den Hund schützen soll. Ihn den ganzen Tag im Keller einschließen damit Benedikt nicht rankommt? Dann hat der Hund ja das Gefühl bestraft zu werden obwohl er gar nichts gemacht hat.
Meine Vermutung zu Benedikts Verhalten besteht aus zwei Dingen. Einmal ist da Schnatterinchen. Er weiß von Anfang an, dass ich ein Baby im Bauch habe. Ich fand diese lange Vorbereitungszeit besser als dann für 3 Tage zu Verschwinden um ihm anschliessend ein Geschwisterchen zu präsentieren. Aber vielleicht ist es für ihn noch nicht wirklich begreifbar oder er ist bereits jetzt schon eifersüchtig.
Das zweite ist die Tatsache, dass ich ihn kaum noch zum Mittagsschlaf bringe. Er kommt völlig überdreht aus dem Kindergarten und tobt dann wie wild geworden durchs Haus oder beim Spaziergang. Er ist total übermüdet, schläft aber nicht. Erst gegen 16 Uhr beginnt er, sich die Augen zu reiben. Ohne Probleme kann ich ihn um 16:30 Uhr für den Nachtschlaf hinlegen und dann pennt er bis 7 oder 8 Uhr morgens. Wenn ich versuche, ihn vorher hinzulegen scheitere ich meistens. Dann liegen wir teilweise 1 Stunde im Bett. Ich singe, streichel, lese vor aber er macht die Augen nicht zu sondern steht irgendwann auf, sagt tschüß und verlässt das Zimmer bevor ich mich hochgerappelt habe. Nachtschlaf verkürzen um evtl. einen Mittagschlaf zu bekommen? Wenn Benedikt nicht wenigstens 12 Stunden hat ist er morgens schon schlecht drauf wenn er die Augen aufmacht. Ohne Hoffnung auf Besserung.
Auf den Schock mit dem Biss hat er sich jetzt mal hinlegen lassen. Dafür wird er in spätestens 2 Stunden wiede wach und nicht vor 23 Uhr ins Bett zu bekommen sein. Da morgen Wochenende ist und er nicht in den KiGa braucht ist das kein Problem. Grundsätzlich wäre mir aber eine Zeit zwischen 19 und 20 Uhr sehr recht, was aber nicht funktioniert, wenn er erst am späten Nachmittag sein Mittagsschläfchen hält.
Ich habe gerade das Gefühl auf ganzer Linie zu versagen.




Hmmm, wir selber haben 1 Hund und 2 Katzen und mein Zwerg ist etwa im gleichen Alter wie deiner. Den Hund lässt er weitesgehend in Ruhe, denn wir akzeptieren und tollerieren es nicht, wenn er dem Hund weh tut – entweder es wird lauter, oder er muss sich mal eine Runde in seinem Zimmer abregen. Bei den Katzen sieht es da auch schon mal anders aus, da rennt er auch gerne mal hinterher oder bedrängt sie – die Konsequenz daraus ist, das er dann und wann auch den ein oder anderen Kratzer abbekommt, weil sie eben auch zuhauen kann – dann wird gejammert und von unserer Seite erklärt.
Unser Hund hat bisher noch nie, auch nur ansatzweise den Zwerg angeknurrt oder geschnappt – das kann dann doch irgendwann kriminell werden. Ich muss aber zugeben, das es hier gewisse Situationen gibt, wo der Zwerg auch mal eins auf die Finger bekommt – ich finde es nicht wirklich dramatisch.
Ohje…das ist ja ganz übel!
Aber erstmal muss ich dir sagen: Du versagst auf keinen Fall!
Wahrscheinlich ist es tatsächlich B.´s Eifersucht! Das ist in meinen Augen das Naheliegendste!
Ich muss mich allerdings Sabrina anschließen!
So schnell wird das zwar bei uns nicht vorkommen (K. ist dafür viel zu klein, um zu verstehen), abermal ein leichter Klapps auf die Finger ist ganz sicher nicht dramatisch!
Das hat keinesfalls etwas mit Gewalt zu tun, sondern eher die Grenzen aufzuzeigen!
Habt ihr eine Schutztür an der Treppe?
Könnte man die nicht zumachen, wenn der Hund nach oben geht und B. versucht, nachzulaufen?
Fühl dich gedrückt!
Meine Liebe, ich bin ja die Kindererzieh-Niete aber ich denke, das ist sicher eine erste Trotzphase, er testet euch aus, und du stehst kurz davor, die Nerven zu verlieren. Geht er dem Hund denn jetzt nicht freiwillig aus dem Weg, wo er von ihm verletzt wurde? Wenn nicht, würd ich auch sagen: Hund in Sicherheit bringen und den lieben Kleinen eine Zimmer-Auszeit gönnen.
Es geht ja nicht nur um den Hund und die Katze, auch ihr werdet ja „mißhandelt“ – das geht einfach nicht, es dauert sicher nicht lange, dann kommen die ersten Beschwerden aus dem Kindergarten.
Und sicher seit ihr keine Nieten sondern ganz, ganz liebe Eltern, die ihr Kind gut erziehen.
Wie sagt der koblenzer: Nerve behaale !!!
Ohje… Erstmal fühl dich gedrückt! Ihr versagt bestimmt nicht! Ich denke auch eher das der Kleine moment eine Phase hat wo er versucht seine Grenzen auszutesten. Einen wirklichen Ratschlag hab ich leider auch nicht für dich, ich hab jetzt auch schon das Problem das N. uns immer mal ins Gesicht schlägt, er ist zwar noch viel kleiner und versteht das vielleicht noch nicht wirklich, ich versuch ihm halt immer zu sagen das das weh tut und er es lassen soll und zeig ihm, das man auch streicheln kann…
Mit dem Schlafen gehen haben wir ja auch so unsere Probleme, ich mach es einfach so, das ich ihn jetzt immer zur selben Zeit mittags hinlege… mal schläft er gut 1-2 Stunden und mal eben wieder nicht, aber er hat die Möglichkeit und weiß eigentlich auch schon das er nachdem Mittagessen hingelegt wird. Vielleicht solltest du auch so eine feste Zeit zum hinlegen bzw. ausruhen (wenn er schon nicht schlafen will) einführen? Er kann sich ja dann auch in seinem Bett ein Buch anschauen, einfach das er wieder bischen „runterkommt“ und nicht ganz so aufgedreht ist.
noch was zu den schlägen gegen euch – natürlich versucht meiner das auch und macht es dann und wann auch, aber haut er mich, hau ich ihn, zieht er mir an den Haaren, zieh ich ihn an den Haaren (natürlich nur so, das er es merkt) das funktioniert eigentlich ganz gut – woher soll er auch sonst wissen, das dies eben weh tut?
Mit dem schlafen würde ich auch sagen, feste Zeiten einführen – gegen Mittag und entweder schläft er oder verweilt in seinem Bett – meiner schläft Gott sei Dank noch zu etwa 90% mittags, aber wenn nicht, sitzt er im Bett und schaut eben ein Buch an oder spielt mit seinen Stofftieren. Abends ist er zwischen 19-20Uhr im Bett – alles andere würde ich nicht aushalten
Trotzdem versagt ihr nicht – da hilft eben nur die richtige Methode und Konsequenz anzuwenden.
Zu der Eifersucht, das möchte ich jetzt eher verneinen, ich denke nicht, das die in dem Alter schon wirklich merken was los ist – da gibt es noch niemanden, der seinen Platz streitig machen könnte – alles andere kriegen die noch gar nicht wirklich mit. Sicher weiß auch meiner, das ich ein Baby im Bauch habe, er streichelt auch manchmal über den Bauch oder versucht das Baby zu füttern – aber wissen das es bald ein 2.Kind geben wird mit dem er sich seine Mama teilen muss, das kriegen die mit 2 Jahren noch nicht hin.
Oh dass tut mir leid dass Beni im Moment so „schwierig “ ist. Vielleicht kommt da so einges zusammen das neue Baby der Kindergarten. Du hast auf gar keinen Fall versagt…*fühl dich von mir ganz doll gedrückt bitte und verbanne solche Gedanken aus deinem Kopf.
Feste Zeiten ist vielleicht keine so schlechte Idee…er muss ja nicht schlafen reicht vielleicht schon wenn er sich einwenig ausruht. Es wird bestimmt bald besser werden!!
Leider kann ich zur Kind-Hund-Problematik nichts beitragen, aber ich will dir sagen, dass du niemals versagt hast oder versagst!
Benedikt ist grade 2 Jahre alt und fängt nun wahrscheinlich an zu testen. Dass Schnattarinchen unterwegs ist, ist, denke ich, Zufall und nicht Grund für sein Benehmen.
Ich bin auch gegen Gewalt und Schläge, aber irgendwie muss man den Kindern doch zeigen, wo die Grenzen sind. Die Auszeit im Zimmer z.B., vielleicht ist das einen Versuch wert? Zum Mittagschlaf kann ich leider auch keinen Rat geben, hoffe aber für euch, dass ihr eine Lösung findet. Vielleicht ergibt sich der Rest dann auch oder wird besser …
Wegen Benis Lachen : Ich habe jetzt erst in der Elt.ernzeitschrift gelesen, dass die Kinder so versuchen, die Situation zu entspannen. Sie merken ja, dass die Eltern wütend und angespannt sind und wissen sich nicht anders zu helfen, als zu lachen. Denn wer lacht, ist gut gelaunt, die Situation ist locker und entspannt und das versuchen sie eben durch das Lachen wieder herbeizuführen.
Ich drück dich!
liebe Grüße
Meli